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Neobroker vs. Vermögensverwaltung

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Trade Republic oder professionelle Vermögensverwaltung

- worin liegt der Unterschied?

 

 


Warum eine professionelle Fondsvermögensverwaltung einem Neobroker überlegen ist

  1. Worum es geht

Neobroker wie Trade Republic haben den Wertpapierhandel demokratisiert. Sie machen den Einstieg an die Börse einfach, günstig und mobil. Für viele Anleger ist das ein Gewinn. Doch zwischen einem reinen Handelszugang und einer strategisch geführten Vermögensverwaltung liegt ein erheblicher Unterschied – sowohl in der Produktauswahl als auch in der Begleitung über alle Marktphasen hinweg.

Diese Mandanteninformation stellt sachlich und nachvollziehbar dar, welche strukturellen Unterschiede zwischen einem selbstverwalteten Trade-Republic-Depot und einer betreuten Fondsanlage über die FFB (FIL Fondsbank GmbH) bestehen – und warum ein qualifizierter Berater an Ihrer Seite messbaren wirtschaftlichen Mehrwert schafft.

  1. Trade Republic – Stärken und Grenzen

Wofür Trade Republic gut ist

Trade Republic ist ein Neobroker mit Sitz in Berlin, reguliert durch die BaFin. Über die App können Aktien, ETFs, Anleihen, Derivate und Kryptowährungen gehandelt werden. Mit über 8 Millionen Kunden europaweit zählt das Unternehmen zu den größten Anbietern seiner Art. Die Stärken sind klar: niedrige Ordergebühren von 1 € pro Trade, eine intuitive App, kostenlose Sparpläne und attraktive Guthabenverzinsung.

Wo die Grenzen liegen

Trade Republic ist – konzeptionell und vertraglich – ein Plattformanbieter für Selbstentscheider. Es ist keine Vermögensverwaltung, keine Anlageberatung und kein Beratungsverhältnis. Daraus ergeben sich folgende strukturelle Schwächen:

  • Kein Zugang zu aktiv gemanagten Fonds. Aktiv gemanagte Investmentfonds, Anleihefonds und klassische Geldmarktfonds sind nicht handelbar. Das ETF-Angebot ist überwiegend auf BlackRock-Produkte konzentriert.
  • Kein Zugang zu Dimensional Fund Advisors. Dimensional-Fonds – wissenschaftlich fundierte Faktorprämien-Strategien auf Basis der Forschung von Eugene Fama (Nobelpreisträger 2013) und Kenneth French – sind für Privatanleger ausschließlich über akkreditierte Berater zugänglich. Dimensional verfolgt eine reine B2B-Vertriebsstrategie und wird seine Produkte nicht über Neobroker zugänglich machen.
  • Nur ein Handelsplatz. Alle Aufträge laufen über die Lang & Schwarz Exchange (LSX). Im Vergleich zu Anbietern mit Xetra-Anbindung oder mehreren Handelsplätzen entsteht ein Spread- und Liquiditätsrisiko, das in volatilen Phasen spürbar werden kann.
  • Externe Abhängigkeiten. Die Abwicklung erfolgt nicht durch Trade Republic selbst, sondern über Partnerbanken wie HSBC. Im Krisenfall können Verzögerungen entstehen.
  • Keine persönliche Betreuung. Support wird ausschließlich per Chat, E-Mail und – sehr eingeschränkt – per Telefon angeboten. Es gibt keinen festen Ansprechpartner. Wer Fragen zu Anlagestrategie, Steuerthemen oder Lebenssituationen hat, ist auf sich allein gestellt.
  • Funktionale Einschränkungen bei Lebenssachverhalten. Schenkungen mit Eigentümerwechsel – etwa von Eltern an Kinder zur Nutzung des Schenkungsfreibetrags nach § 16 ErbStG – sind technisch nicht abbildbar. Auch Depotüberträge zwischen Familienangehörigen sind nur eingeschränkt möglich.
  • Operative Risiken im Service. Berichtet werden wiederholt Fehler bei Depotüberträgen (falsche Einstandskurse, sog. Taxbox-Fehler), die für den Anleger steuerliche Konsequenzen haben können und sich nur mit erheblichem Aufwand korrigieren lassen.
  1. Die FFB-Betreuung – was Sie zusätzlich erhalten

Die FFB (FIL Fondsbank GmbH) ist eine Tochter der Fidelity-Gruppe und einer der etabliertesten Fondsplattformanbieter in Deutschland. In Kombination mit der persönlichen Betreuung durch Consilium Finanzberatung erhalten Sie folgende Leistungen, die ein Neobroker strukturell nicht abbilden kann:

  1. Die Servicegebühr von 0,60 % p.a. – ist sie gerechtfertigt?

Diese Frage ist berechtigt – und verdient eine klare, transparente Antwort. Wir betrachten dazu drei Perspektiven: die Marktposition, die wissenschaftliche Evidenz und den konkreten wirtschaftlichen Hebel. 

4.1 Marktvergleich

Die Servicegebühr von 0,60 % p.a. zzgl. MwSt. (gültig ab einem Depotvolumen von 500.000 €) liegt im unteren Bereich der marktüblichen Vergütung für unabhängige Anlageberatung.

Typische Vergleichswerte:

  • Honorar-Anlageberater: üblicherweise 0,8 – 1,5 % p.a.
  • Bankgebundene Vermögensverwaltung: üblicherweise 1,0 – 1,75 % p.a. (zzgl. Produktkosten und teils Performance Fees)
  • Robo-Advisor (ohne persönliche Beratung): 0,5 – 1,0 % p.a.

Die Consilium-Konditionen sind also marktgerecht – und beinhalten gleichzeitig eine persönliche Betreuung, die Robo-Advisor strukturell nicht leisten.

4.2 Die wahren Kosten von „kostenlos"

Trade Republic ist nicht kostenlos – die Vergütung erfolgt verdeckt:

  • Spread-Kosten am einzigen Handelsplatz (LSX). Diese sind im Kaufpreis enthalten und für den Anleger nicht direkt sichtbar.
  • Zinsmarge auf nicht investiertem Guthaben – Trade Republic gibt nur einen Teil der Marktzinsen weiter.
  • Verzichtskosten: Faktorprämien (z. B. über Dimensional) sind strukturell nicht verfügbar – ein Renditeverzicht, der sich nicht in einer Gebührentabelle wiederfindet.

4.3 Der wissenschaftlich belegte Mehrwert eines Beraters

Die Vanguard Advisor's-Alpha-Studien (zuletzt aktualisiert 2022) beziffern den durchschnittlichen Mehrwert qualifizierter Anlageberatung auf etwa 3 % p.a. netto gegenüber einer unbetreuten Anlage. Die wichtigsten Hebel:

  • Behavioral Coaching (Disziplin in Krisenphasen): bis zu 1,5 % p.a. – größter Einzelhebel
  • Asset Allocation und Rebalancing: 0,3 – 0,5 % p.a.
  • Steueroptimierung (Verlustverrechnungstöpfe, FIFO-Steuerung, Freistellungsaufträge): 0,5 – 1,0 % p.a.
  • Auswahl tax-effizienter Vehikel und Spar-/Auszahlpläne: 0,1 – 0,3 % p.a.

Diese Werte sind keine Werbeaussagen, sondern Ergebnisse umfangreicher empirischer Untersuchungen über Anlegerverhalten in mehreren Marktzyklen. Die DALBAR-Studien („Quantitative Analysis of Investor Behavior") belegen seit über 30 Jahren konstant, dass Privatanleger durch Fehlverhalten – Verkäufe in Korrekturen, Käufe nach starken Anstiegen – im Schnitt 1,5 bis 2,5 % p.a. unterhalb der Marktrendite bleiben. Genau hier setzt qualifizierte Beratung an.

4.4 Rechenbeispiel

Bei einem Depotvolumen von 500.000 € stellen sich die Größenordnungen wie folgt dar:

Hinzu kommen steuerliche Effekte: Bei gewerblich oder freiberuflich tätigen Mandanten kann die Servicegebühr unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten oder Betriebsausgabe berücksichtigt werden (Einzelfallprüfung durch den Steuerberater).

  1. Was die Servicegebühr konkret abdeckt

Die Servicegebühr ist keine reine „Depotgebühr" – sie vergütet eine kontinuierliche Beratungsbeziehung mit definierten Leistungen:

  • Erstellung und laufende Anpassung Ihrer individuellen Anlagestrategie auf Basis Ihrer Risikotragfähigkeit, Ihrer Anlageziele und Ihres Lebenszyklus
  • Zugang zu allen in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds einschließlich Dimensional und institutionelle Tranchen
  • 100 % Rabattierung sämtlicher Ausgabeaufschläge auf gesamter Depotebene – auch bei Switches zwischen Fonds
  • Jährliches strategisches Rebalancing zur Wiederherstellung Ihrer Soll-Allokation – ein wesentlicher Renditehebel
  • Regelmäßige Depotchecks und Überwachung Ihrer Risikoklasse im Hinblick auf veränderte Lebenssituationen
  • Quartalsweises Depotreporting mit Vermögensübersicht und Performance-Analyse
  • Monatlicher Marktbrief „gut zu wissen" mit eingeordneten Markt- und Steuerinformationen
  • Persönliche Erreichbarkeit ohne Callcenter, mit direktem Ansprechpartner – auch in Krisenphasen
  • Beratung zu Lebenssachverhalten wie Schenkungen, Erbfolge, Auszahlplänen und Steueroptimierung
  • Zeitnahe Information bei Fondsereignissen wie Soft-/Hardclose, Fondsfusionen oder Strategieänderungen 
  1. Transparenz und Interessenkonflikte

Ein zentraler Vorteil der Servicegebühr-Vergütung gegenüber klassischen Provisionsmodellen: Wir verdienen ausschließlich am durchschnittlichen Depotstand – nicht an einzelnen Transaktionen, nicht an bestimmten Produkten und nicht über versteckte Bestandsprovisionen.

Das Ergebnis ist ein gleichgerichtetes Interesse: Steigt Ihr Depotwert, steigt unsere Vergütung. Sinkt Ihr Depot, sinkt auch unsere Vergütung. Wir haben keinen Anreiz, Sie zu nicht passenden Produkten zu beraten oder unnötige Umschichtungen vorzunehmen. Diese Konstellation ist regulatorisch sauber und mandantenfreundlich.

  1. Fazit

Trade Republic ist ein leistungsfähiger Handelszugang für selbstentscheidende Privatanleger. Wer Aktien und ETFs günstig kaufen möchte und keine Beratung benötigt, findet dort ein passables Angebot.

Für eine strategisch geführte Fondsanlage mit Zugang zu Dimensional-Fonds, professionellem Rebalancing, persönlicher Begleitung und steuerlicher Optimierung ist der Neobroker hingegen strukturell ungeeignet. Wesentliche Anlagephilosophien lassen sich dort schlicht nicht umsetzen.

Die Servicegebühr von 0,60 % p.a. (ab 500.000 € Depotvolumen) liegt im unteren Bereich der marktüblichen Vergütung und ist gemessen am wissenschaftlich belegten Mehrwert qualifizierter Beratung wirtschaftlich vorteilhaft. Sie ist transparent ausgewiesen, ggf. steuerlich abziehbar und schafft eine konfliktfreie Beratungsbeziehung.

Unsere Empfehlung: Übertragung Ihres bestehenden Depots in die FFB-Betreuung – mit klar definierten Leistungen, persönlicher Verantwortung und einem Vergütungsmodell, das Ihr Interesse und unser Interesse in dieselbe Richtung lenkt.

Die nächsten Schritte

Der Übertrag eines Depots ist für Sie als Mandant unkompliziert und kostenfrei:

  • Persönliches Erstgespräch zur Klärung Ihrer Anlageziele und Lebenssituation
  • Eröffnung Ihres FFB-Depots inkl. digitaler Legitimation
  • Übertragsauftrag von Trade Republic an die FFB (formularbasiert, ca. 4–6 Wochen Bearbeitungszeit)
  • Strategische Erstausrichtung Ihres Portfolios entsprechend Ihrer individuellen Ziele
  • Laufende Betreuung mit jährlichem Strategiegespräch und Quartalsreporting